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Ganztägiges Lernen: Immer mehr

Verbände und Initiativen machen mit

Ministerin Hesse: Ganztagsschulen leisten einen

Beitrag zur Chancengerechtigkeit

 

Sechs weitere Verbände und Initiativen wollen sich an der Gestaltung von ganztagsangeboten an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern beteiligen. Der Landesfeuerwehrverband, der Landesfußballverband, der Karnevallandesverband, der Landesverband für Reiten, Fahren und Voltigieren, der Insel e. V. Rügen und die BÄRENWALD Müritz gGmbH haben heute in Schwerin die Rahmenvereinbarung für ganztägiges Lernen unterzeichnet. Bereits im Januar hatten die großen achverbände und Netzwerke in den Bereichen Kinder- und Jugendbildung, Kultur, Sport und die beiden Kirchen im Land die Kooperationsinitiative gestartet.

„Ganztagsangebote machen den Schulalltag abwechslungsreicher. Schülerinnen und Schüler verbringen den Nachmittag mit Gleichaltrigen und sitzen nicht alleine zu Hause“, bekräftigte Bildungsministerin Birgit Hesse bei der Unterzeichnung. Ganztagsschulen leisten damit einen Beitrag zur Chancengerechtigkeit, weil alle Kinder und Jugendlichen davon profitieren. Ich freue mich darüber, dass sich immer mehr Verbände, Vereine und Initiativen an der Kooperationsinitiative beteiligen. Mit der Unterzeichnung heute zählen wir zwölf außerschulische Partner, darunter acht Dachverbände und die beiden Kirchen. Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass die Angebote nun bei den Schülerinnen und Schülern ankommen“, sagte Hesse.

„Durch die Kooperationsinitiative haben wir die Möglichkeit, gesellschaftliche Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern zu fördern. Neben der Stärkung des Gemeinwohlinteresses, ist es wichtig soziale Kompetenzen zu stärken, Wissen zu vermitteln und Erfahrungsräume im Bildungsbereich zwischen Schule und Feuerwehr zu entwickeln. Wir sehen uns als zuverlässigen Partner und möchten gerne unser Wissen im Notfallsystem weitergeben und im außerschulischen Bereich die Bildungsarbeit unterstützen“, so Hannes Möller, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V.

„Für den Karnevallandesverband Mecklenburg-Vorpommern ist die Unterzeichnung der ‚Kooperationsinitiative Ganztägiges Lernen‘ ein neues und zugleich sehr sinnvolles Element, die verschiedenen karnevalistischen Traditionen im Land und die Freude am karnevalistischen Tanzsport den Mädchen und Jungen auch in schulischen Angeboten näher bringen zu können. Weit mehr als ein Drittel unserer über 7.000 Aktiven im Land sind Kinder und Jugendliche und es gibt bereits einige Vereine, die mit den Schulen in ihrer Region seit Jahren zusammenarbeiten. Die Kooperation zwischen Ganztagsschulen und Karnevalsvereinen jetzt auf eine neue und solidere Basis stellen zu können und weitere Schülerinnen und Schüler für das bunteste, ehrenamtliche Hobby der Welt zu begeistern, ist eine Aufgabe, der wir uns sehr gern stellen“, sagte Lutz Scherling, Präsident des Karnevallandesverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V.

„Als größter Bildungsträger im Bereich des Sportes in Mecklenburg-Vorpommern ist es uns ein sehr großes Anliegen, dieser wegweisenden Interessengemeinschaft beizutreten. Aktuell kooperieren wir bereits mit diversen Bildungsträgern im Land und können dabei ein vielfältiges Qualifizierungsangebot für junge Menschen präsentieren. Das stetig wachsende und beliebte Projekt ‚Junior-Coach‘ ist dafür ein gutes Beispiel. In Einklang mit der seit Jahren fruchtbaren Zusammenarbeit mit der Landesregierung ist es daher nur folgerichtig, diese Möglichkeiten auch in der Breite bekannt und zugänglich zu machen. Diese Entwicklung voranzutreiben und entsprechende Synergien zu schaffen, ist ein wesentliches Merkmal der Kooperationsinitiative“, so der Präsident des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V., Joachim Masuch.

„Pferde stärken das Selbstwertgefühl. Wichtig ist, dass die Reitvereine und -betriebe noch aktiver werden, um Pädagogen und Politikern die einzigartigen Möglichkeiten des Reitsports zu vermitteln. Reiten ist die einzige Sportart, die mit einem Lebewesen in partnerschaftlicher Weise gelernt und ausgeübt wird. Dadurch kann das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen gestärkt und die  Konzentrationsfähigkeit sowie das Verantwortungsbewusstsein geschult werden. Das Erlernen des Reitens kann die Lernbereitschaft fördern und sich so positiv auf die schulischen Leistungen auswirken. Ebenso wird die Beweglichkeit und Koordination der Schüler verbessert, wodurch dem Reitsport auch gesundheitsfördernde Aspekte zukommen. Wissenschaftlich bestätigt hat das die FNStudie ‚Wert Pferd‘, die die Auswirkungen des jahrelangen Umgangs mit Pferden auf die Charakterbildung untersuchte“, so Elke Spierling, Landesnachwuchstrainerin des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern für Reiten, Fahren und Voltigieren e.V.

„Umweltgerechte Landwirtschaft und ökologischer Gartenbau sind wichtige Bausteine für eine lebenswerte Zukunft. Daher ist es unser Anliegen, Kinder frühzeitig durch Lernen mit Kopf, Herz und Hand an diese Themen heranzuführen. So legen wir den Grundstein für eine nachhaltige Lebensweise in den nächsten Generationen“, sagte Cathleen Neumayer-Diedrich, Geschäftsführerin des Insel e. V. (Rügen). „Als internationale Tierschutzorganisation übernimmt VIER PFOTEN schon seit vielen Jahren Verantwortung im Bildungsbereich. Dem BÄRENWALD Müritz als Westeuropas größtes Bärenschutz- und Kompetenzzentrum kommt aufgrund seines hohen Besucheraufkommens eine ganz besondere Rolle zu. Daher freuen wir uns sehr, dass der BÄRENWALD der Kooperationsinitiative beitritt. Der Bär ist bei Kindern ein großer Sympathieträger und vereinfacht damit, Themen aus dem Natur- und Tierschutzbereich emotional und positiv zu vermitteln. Die Umweltbildungsprogramme des BÄRENWALDES machen den Schulalltag greifbarer und spannender; wir sehen uns als Schnittstelle zwischen den Schulen und dem direkten Erlebnis mit Tier und Natur. Es ist eine große Chance für den BÄRENWALD, noch mehr Schülern die Natur lebendig zu erklären, damit sie sie verstehen und achten. Wir könnten uns vorstellen, dass die letzte Unterrichtseinheit als Highlight für die Kids im BÄRENWALD Müritz stattfindet und die Schüler als das Erlernte hautnah erleben können“, erläuterte Carsten Hertwig, Geschäftsführer der BÄRENWALD Müritz gGmbH.

Schulen, die Ganztagsangebote mit Kooperationspartnern gestalten wollen, finden die Angebote auf der Homepage der Serviceagentur „Ganztägig lernen“. Dort gibt es eine Kontaktbörse, die alle Ganztagsangebote von Kooperationspartnern in Mecklenburg-Vorpommern aufführt. Kooperationspartner können dort ihre Aktivitäten eintragen und mit Schulen auf diesem Weg in Kontakt treten. Die Serviceagentur ist ein Angebot der RAA Mecklenburg-Vorpommern in Waren/Müritz und wird durch das Land finanziert. Für die Ganztagsschulen und vollen Halbtagsgrundschulen stellt das Land pro Jahr 26 Mio. Euro bereit. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 337 ganztägig arbeitende Schulen. Das sind ca. 65 Prozent aller staatlichen allgemein bildenden Schulen. Bezogen auf die Gesamtzahl der Schüler der Primarstufe und Sekundarstufe I nimmt bereits jeder zweite Schüler an ganztägigen Angeboten teil. Im Schuljahr 2016/2017 waren das insgesamt 71.102 Schülerinnen und Schüler. Das ist ein Anstieg um ca. 10 Prozent gegenüber dem Schuljahr 2014/2015.

Weitere Informationen: www.mv.ganztaegig-lernen.de

Presseartikel des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur